Training mit Familie

Die einzige Möglichkeit, 2011 irgendwie wieder in Schwung zu kommen, war Rollentraining auf dem Balkon, während unser Kind mal eine Stunde geschlafen hat.

 

Dann fingen wir an, morgens um 5 Uhr nach Moritz' erster Milchflasche abwechselnd radln zu gehen und vor der Arbeit wieder daheim zu sein. Das ist zwar eine recht finstere, einsame Angelegenheit, aber oft war ein orange-rosa Sonnenaufgang unsere Belohnung. Nur gewärmt haben diese Strahlen leider nicht...

 

Trainingspläne sind für uns nicht einhaltbar und so versuchen wir, immer dann zu fahren, wenn der andere Zeit hat, bei Moritz zu sein.

...und so allmählich findet Moritz doch Gefallen daran, im Hänger auf die Berge hochgeschaukelt zu werden!

Radl-Urlaub Naturns 2011

Mit zwei Kindern wird die Herausforderung in 2013/2014 noch größer sein, neben dem Mutter- bzw. Vatersein noch Zeit zum Radln zu finden. Vorerst sind die Prioritäten klar und die Zeiten auf dem Fahrrad werden sicher zum großen Genuß werden.................mal wieder ist alles offen!

2014:

Es gibt nur noch eins zu sagen: DAUERKRANK.

Schlafmangel, fehlende intakte Großeltern, Kindergarten-Virusschleuder... einer ist immer krank! Mindestens. Und meistens die Mama. Pfeiffersches Drüsenfieber! Selbst mit 39° Fieber heißt es aber (no mercy) Stillen, Füttern, Wickeln, Einkaufen, Kochen, nachts wach Sein, bei Heiserkeit bis zum Stimmverlust Kinder "dirigieren".... Das ist hardcore. Jede einzelne Minute zählt dann, die der Papa früher heim kommt- sofern nicht auf Geschäftsreise. Im Trainingsprotokoll stehen keine Einheiten mehr- nur noch Krankheitszeiten. Und das macht mehr als 60% aus!!! An Sport ist gar nicht mehr zu denken, da kommt die Retourkutsche DIREKT. Und zwar mit Fieber, oder Lungenentzündung, oder der nächsten Lungenentzündung oder Nierenbeckenentzündung, oder...   Irgendwann. Gehts wieder bergauf.

2015:

Nach kompletter Sportpause über die Wintermonate scheint es wahrhaftig nun bergauf zu gehen, im Frühling kann Gloria sogar Rennen fahren (und ist dazwischen dafür wieder krank). Bis dann im Sommer das Fass komplett überläuft....

2016:

Wegen langer, teils schwerer Krankheit zieht Gloria im Frühling samt Kindern für 3 Monate zurück nach Marseille- in die alte Heimat am Meer. Zögerlich bessert sich dort ihr Zustand und ab Mitte des Jahres scheint es geschafft und überstanden zu sein. 

Auch wenn die Lust aufs Radln unermeßlich ist, geht alles nur in slow-motion. Irgendwann. Geht's wieder bergauf.

2017:

Im Winter 2016/17 war erstmals wieder leistungsorientierteres Biken möglich. In kleinen und doch noch zögerlichen Schritten erfolgte der Wiedereinstieg. Erste Rennen zeigten, dass der Körper sich offenbar gut an seine sportliche Vergangenheit erinnert und relativ zügig wieder Form aufbauen konnte.

2018:

Mit größer werdenden Kindern wird einiges deutlich einfacher. Aber auch ihre Ansprüche verändern sich dadurch und sie geben sich nicht mehr damit zufrieden, mit der Babysitterin Puzzle zu spielen, sondern wollen ihre Freizeit auch aktiv nutzen. Das ist eine wunderbare Freude, wenn die ganze Familie miteinander Biken kann. Aber das bedeutet natürlich ab jetzt: Kindertempo!

Immerhin verbringen wir nun öfters mal ungestörte Nächte ohne aufstehen zu müssen und tanken nachts fleißig Energie!

2019:

Inzwischen machen wir mit den Kindern tolle Bike-Touren durch die Berge, verbringen ganze Tage in Bachläufen und genießen das Zusammensein. Echtes Training funktioniert aber nur ohne Kinder vor oder nach der Arbeit, wenn alle sonstigen Familien-Aufgaben auch schon erledigt sind.

Eine größere Herausforderung ist es nun, die Kinder unterzubringen, wenn die Eltern Rennen fahren wollen. Die Oma ist außer Gefecht und kann nicht einmal mehr Randstunden abdecken, in denen Babysitterinnen am Wochenende doch noch tief schlummern. Resultat: aufteilen. Meistens gönnt Lutz Gloria das Vergnügen und steht dann mit Sack und Pack und Kind und Kegel am Streckenrand, rast von Verpflegung zu Verpflegung und versucht, das Unmögliche möglich zu machen!

2020:

Der alljährliche Weihnachts-Urlaub in Afrika reißt jedes Jahr eine große Fitness-Lücke auf. Allerhand Vorbereitungen zuvor, Windsurfen bis zum tot Umfallen und die unendliche Müdigkeit danach (12h-Nachtflug mit strampelnden Kindern- Gloria bekommt kein Auge zu) ergeben jedes Jahr eine 4 wöchige Radl-Pause. Dann auch noch mit einer gebrochenen Rippe heimzukommen, war nicht auf dem Plan, bremst aber umso gewaltiger über mehrere Wochen, wenn Schlafen und Atmen einfach nur WEH tun.

 

Lutz freut sich auf die Rennen in der neuen AK Ü50!!! Er hat öfters den Arbeitsweg mit dem Radl gemacht und ist daher gut in Form.

 

Und dann: CORONA. Zwei temperantvolle Buben zu erziehen ist so schon anstrengend (die meisten Eltern überlassen dies ja daher bereitwillig ganztags anderen Leuten). Aber in 9 von 12 Monaten in homeschool Lehrer zu ersetzen, die sich teils nicht mit modernen Medien und PC-Programmen zurecht finden, ist erschöpfend!!

24/7 zusammen. Null Abstand. Für alle anstrengend. Zum Glück steht uns ein schöner, harter Winter bevor!!!

2021:

Der Winter macht uns ein Geschenk! Wir verbringen einige Wochenend-Tage in den Bergen auf Skitour! Natürlich im Kinder-Modus, aber eben immerhin.

Erwartungen für die Rennsaison 2021 haben wir keine, obwohl wir den Hoffnungs-Funken natürlich nicht ausgehen lassen.

 

Also "spielen wir Sport" zu viert und haben einfach Spaß in der Natur.

 

Corona lässt immer noch keine Freiheiten zu. Weiterhin homeschool 24/7.